Neue Räume, neue Perspektiven: Vom ABC ins Sasel-Haus

Im Frühjahr habe ich das ABC Bildungs- und Tagungszentrum als Geschäftsführer verlassen und meine neue Aufgabe im Sasel-Haus begonnen. Ein guter Anlass, auf eine prägende Zeit zurückzublicken, anzukommen und darüber nachzudenken, was gute Bildungs- und Begegnungsorte ausmacht.

Abschied von einem besonderen Ort

Das ABC Bildungs- und Tagungszentrum in Hüll war für mich weit mehr als ein Arbeitsplatz. Hier verbinden sich politische Bildung, kreative Medienarbeit und die Idee, Menschen Räume zu eröffnen, in denen sie sich ausprobieren, neue Perspektiven entdecken und gemeinsam etwas bewegen können. Ich habe hier Freundschaften geschlossen und auch für meine Kinder war der Ort oft ein zweites Zuhause.

Besonders die Filmprojekte, damit verbundene Austauschprojekte und Barcamps werden immer in Erinnerung bleiben. Die damit verbundenen Herausforderungen bleiben prägend. Ich bin dankbar für die Erfahrungen, die Zusammenarbeit und die vielen Begegnungen, die diese Zeit ausgemacht haben. Vieles von dem, was mich im ABC beschäftigt hat, wird mich auch weiterhin begleiten.

Ankommen im Sasel-Haus

Seit März bin ich als Geschäftsführung im Sasel-Haus tätig. Mit dem Wechsel haben sich mein Arbeitsumfeld, die Aufgaben und die Menschen verändert, mit denen ich zusammenarbeite. Ich lerne neue Strukturen kennen, knüpfe neue Netzwerke und beschäftige mich damit, wie sich ein gewachsener Kultur- und Begegnungsort weiterentwickeln lässt. Es ist super spannend nach 18 Jahren im ABC plötzlich wieder „der Neue“ zu sein und mit einem frischen Blick auf gewachsene Strukturen zu blicken.

Auch im Sasel-Haus ist die Verbindung von Kultur, Bildung und Teilhabe ein Fokus. Als Stadtteilkulturzentrum natürlich mit anderen Zugängen als es bei einer Bildungsstätte mit Übernachtungsbetrieb der Fall war. Auch das Sasel-Haus bietet die Möglichkeit, Menschen über ganz unterschiedliche Interessen und Lebenswelten hinweg zusammenzubringen: durch Veranstaltungen, kulturelle Angebote, gemeinsames Lernen und persönliche Begegnungen.

Dabei geht es für mich um mehr als ein möglichst vielfältiges Programm. Mich interessiert, wie ein solcher Ort zu einem lebendigen Teil des Stadtteils wird. Wie können Menschen nicht nur Angebote wahrnehmen, sondern eigene Ideen einbringen? Wie entstehen Begegnungen zwischen Menschen, die sich sonst vielleicht nicht begegnen würden? Wie erreichen wir auch neue Zielgruppen ohne die gut laufenden bisherigen Angebote aus dem Auge zu verlieren? Und wie gelingt es, Offenheit und Zugänglichkeit mit einer klaren inhaltlichen Ausrichtung zu verbinden?

Gute Räume möglich machen

Wenn ich auf meine bisherigen Arbeitsfelder schaue, entdecke ich eine Verbindung, die über die jeweiligen Institutionen hinausgeht: Mich interessiert, wie wir Räume schaffen und gestalten, in denen Menschen aktiv werden können.

In der politischen Bildung bedeutet das, Fragen zu stellen, Widerspruch auszuhalten und unterschiedliche Perspektiven miteinander ins Gespräch zu bringen. In der Kultur geht es auch darum, neue Ausdrucksformen zu entdecken, gemeinsam etwas zu erleben und ungewohnte Sichtweisen kennenzulernen. Und überall geht es auch darum: wie können wir es möglich machen, dass sich Menschen willkommen fühlen? Und gestalten wir den Spagat zwischen „So haben wir es immer gemacht!“ und dem Ausprobieren von Neuem .

Ich freue mich darauf, diese Themen im neuen Arbeitsumfeld gemeinsam mit Kolleg:innen, Kooperationspartner:innen und den Menschen im Norden Wandsbeks weiterzuverfolgen.

Und ich möchte auch hier wieder mehr darüber schreiben: über Herausforderungen und Organisationsentwicklung, über Bildung und kulturelle Teilhabe, über kreative Projekte und die Chancen, die entstehen, wenn Menschen gemeinsam etwas auf den Weg bringen.

Nicht mit dem Anspruch, auf alles eine Antwort zu haben. Sondern mit der Neugier, Erfahrungen zu teilen, Widersprüche ernst zu nehmen und gemeinsam weiterzudenken. Und vielleicht auch das Schreiben etwas Wiederzuentdecken. (Und vielleicht auch ein paar Fahrraderlebnisse und Kochrezepte zu teilen.)

Auf die neuen Begegnungen und Perspektiven freue ich mich.