Was wäre Bildung ohne Kuchen? … Die Zeiten von Rohrstock, Kreidetafel und Pausenbrot sind gezählt. Schulmilch schön und gut. Aber damit sollte sich Bildungsarbeit nicht zufrieden stellen lassen. Wenn wir schon nicht institutionelle und kostendeckende Förderung für emanzipatorische außerschulische Bildung bekommen, wenn schon an Unis kaum noch Mitarbeiter_innen feste Stellen bekommen und an den Schulen nur noch Physiklehrkräfte verbeamtet werden und wenn wir auch nicht die ganze Bäckerei bekommen: Kuchen futtern muss sein!

Dieser Blogpost ergänzt meinen partizipativen Frontalvortrag auf dem #echh13. Praktische Anregungen zum Umgang mit Kuchen immer auch unter kuchenfuttern.tumblr.com

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Erstellt mit Hilfe von Reveal.js von Hakim El Hattab, dass es unter rvl.io auch gehostet mit einem WYSIWYG-_Back_end.

Die Präsentation belegt nur, was Expert_innen lange fordern. Wir brauchen:

Das kuchenpädagogische Manifest

Mit besonderer Dringlichkeit stellen wir folgende Forderungen:

  • Damit alle Kinder und Jugendlichen die Chance erhalten, ihre Gourmetkompetenzen zu erweitern, müssen kuchenpädagogische Programme vor allem in den Einrichtungen der Elementarpädagogik sowie in der Jugend‐, Familien‐ und Elternbildung verstärkt werden.

  • Im Schulalltag hat sich Kuchenpädagogik als Querschnittsaufgabe für alle Fächer bislang nicht durchgesetzt. In der aktuellen Diskussion zur Schulreform (z.B. Ganztagsschulen) müssen für alle Schulformen auch Bildungsstandards für Kuchenkompetenz vereinbart und entsprechende kuchenpädagogische Inhalte in Curricula verbindlich verankert werden. Dieser Prozess muss durch Rezeptstudien und Tortendiagramme zur Qualitätssicherung sowie durch nachhaltige Fortbildungsmaßnahmen für alle Lehrpersonen und pädagogischen Fachkräfte unterstützt werden.

  • Einen besonderen Schwerpunkt stellen kuchenpädagogische Angebote für Heranwachsende aus Migrationskontexten und bildungsbenachteiligten Milieus sowie Angebote zur geschlechtersensiblen Arbeit dar. Dafür müssen stärker als bisher die Einrichtungen der außerschulischen Kinder‐ und Jugendarbeit genutzt werden. Eine Intensivierung der Backprojekte in diesem Bereich ist durch die Verbesserung der Infrastruktur und der personellen Ausstattung sowie durch kontinuierliche öffentliche Mittel zu sichern. Kuchenpädagogik ist im Kontext kultureller Bildung erheblich mehr zu fördern.

  • In der Ausbildung von Erzieher/innen, Lehrer/innen, Erwachsenenbildnern/innen und Sozialpädagogen/innen ist generell eine kuchenpädagogische Grundbildung als verbindlicher Bestandteil der pädagogischen Ausbildung zu verankern. Daneben müssen spezifische kuchenpädagogische Ausbildungen in Form von Master‐Studiengängen und als Wahlpflichtbereiche in anderen Studiengängen angeboten werden. Voraussetzung hierfür ist der erhebliche Ausbau kuchenpädagogischer Glasuren und Backförmchen mit Infrastruktur an den Hochschulen.

  • Während es zur quantitativen Kuchennutzung diverse Studien gibt, mangelt es nach wie vor an tieferreichenden Untersuchungen, die die Kuchennutzung in sozialen Kontexten differenziert und prozessbezogen analysieren, auch im Sinne von Grundlagenforschung. Notwendig ist vor allem eine deutliche Verstärkung der Kuchensozialisationsforschung und der tortenpädagogischen Begleit- und Praxisforschung.

(frei zitiert nach…)

Offene Fragen

Anja Lorenz hat noch ein paar spannende Diskussionsfragen gestellt:

Ich denke auch, dass sich hier viele mit den gleichen diba(c)ktischen Fragestellungen rumplagen, die es kontrovers zu diszuckieren gilt, gerade durch die Digitalisierung des iRKuchens: Makro-Kuchen oder kleine Häppchen? One size fits all oder Individualglasierung? Spielt der Lernobsttyp eine Rolle oder ist das eine unbewiesene Besahnehauptung? Ist Bring Your Own Kuchengabel ein vielversprechender Ansatz oder soll er nur Kosten lassen? Sind Massive Open Online Calorienbomben nur ein Hype oder das Krokant des 21. Jahrmunderts? Und schließlich: Wie verhindern wir das alleinige Monopol von Gugl?