Irgendwie hat sich’s so ergeben. Alle fünf Jahre laufe ich einen Halbmarathon in Blankenese. Zum ersten mal 2003 mit meiner fitten Mutter, die mit 800-2.000 Kilometern im Jahr mal eben gut 2-4 mal so viel läuft wie ich und ein perfekter Pacemaker war. Und mit 1:53 Stunden war damals eine Zeit erreicht, die ich so schnell kaum wieder toppe. 2008 bin ich die selbe Strecke in 2:19 Stunden gelaufen. Meine Erinnerungen daran sind nicht so berauschend. Damals habe ich dazu festgehalten:

Als Bilanz bleiben vier blaue Zehen, drei kleine Blasen, zwei lecker alkoholfreie Hefeweizen nach dem Ziel, ein Tag Kopfschmerzen und fast 3000 verbrannte Kalorien. Was mir Gedanken macht, war mein hoher Puls. Durchschnittlich 179 Schläge pro Minute scheinen mir doch recht hoch. Anfangs dachte ich noch “klar, die Aufregung”, denn ich startete bereits mit über 170, doch es wurde nicht weniger. Bei der letzten Steigung ging ich die Treppen mit 197 Herzschlägen hinauf. Locker ist was anderes.

Fünf Jahre nach dem Lauf ist fünf Jahre vor dem Lauf.

In den Jahren danach bin ich kaum noch gerannt. 2003 ging’s mir auch schon so. Am Tag nach dem Halbmarathonlauf hatte ich meine Laufschuhe für 12 Monate komplett an den Nagel gehangen. Ich hoffe, ich kriege das diesmal besser hin.

Noch zwei Wochen…

Im letzten Jahr bin ich im Schnitt ein Mal pro Woche gelaufen, bei den Halbmarathonvorbereitungen 2003 und 2008 waren es in den letzten Wochen drei wöchentliche Einheiten. In diesem Jahr habe ich mir für bis zu vier Läufe pro Woche zeitgenommen. Nicht zu letzt dank einem recht regelmäßigen abwechselnden Kinder-ins-Bett-bring-Rhytmus hat das auch meist ganz gut geklappt. Obwohl ich deutlich merke, dass ich vormittags viel besser in Form bin als nach dem Abendessen. Heute stand mit „110 Minuten langsam“ der längste Lauf an. Ich sollte es am 1. September in jedem Fall schaffen, schneller als 2008 zu sein. Eine Zeit unter 2 Stunden wäre traumhaft, ist bei meiner derzeitigen Form wahrscheinlich aber nicht ganz realistisch.

Ich bin ein bisschen froh, wenn der ganze Freizeitstress vorbei ist. Ein Lauf pro Woche (statt vier) setzt doch wieder mehr Zeit für Anderes frei. In eine totales Trainingsloch wie 2003 und 2008 werde ich aber hoffentlich nicht wieder fallen. Wahrscheinlich reichen auch schon ein paar Fußfotos von @macsquad oder der eine oder andere begeisterte Blogpost von @DrSmirk in meiner Twitter-Timeline, um die Post-Halbmarathon-Motivation wieder ein bisschen zu pushen.

Mehr als Halbmarathon muss für mich aber erstmal nicht sein. Es sei denn, irgendwer schenkt mir ’n Flugticket nach Grönland. Das wär’ noch mal ‘n Ansporn.